Zirkuläres Bürogebäude GMB IJhorst
Für das neue Bürogebäude von GMB in IJhorst war der Ausgangspunkt klar: ein zukunftssicheres Design mit einem hohen Grad an Zirkularität und einem bewussten Materialeinsatz. Die Anwendung der Fassadenverkleidung Yoroi von Zwarthout | Shou Sugi Ban steht im Einklang mit dieser Ambition, sowohl ästhetisch als auch technisch.
Zirkuläres Bürogebäude mit biobasiertem Kern
Aufgrund des Wachstums von GMB entsprach der bestehende Standort nicht mehr den Anforderungen. Das neue Büro umfasst 870 m², verteilt auf zwei Etagen, und wurde mit einem Mindest-GPR-Score (niederländisches Nachhaltigkeitsbewertungssystem) von 8,0 als Ausgangspunkt entworfen, was eine hohe Nachhaltigkeitsleistung anzeigt.
Die tragende Struktur und die Decken sind in CLT ausgeführt, die Fassaden in Holzrahmenbauweise. Das Gebäude ist für den Rückbau konzipiert und mit einem maximalen Einsatz biobasierter und zirkulärer Materialien realisiert. In diesem Rahmen stellt Yoroi einen logischen äußeren Abschluss dar: kompatibel mit der Holzkonstruktion und konsistent mit den zirkulären Ambitionen des Projekts.
Yoroi ist ein Naturprodukt, weshalb Variationen in Farbe, Maserung und Textur auftreten. Diese Unterschiede tragen zu einem nuancierten Fassadenausdruck bei. Die angewandte Shou-Sugi-Ban-Technik, das kontrollierte Verkohlen des Holzes, erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterung, Pilzen und Insekten und reduziert gleichzeitig den Wartungsaufwand über die Zeit.
Brandschutz als integraler Bestandteil des Entwurfs
Im Holzbau ist der Brandschutz ein zentraler Entwurfsparameter. Yoroi erreicht die Brandklasse B und eignet sich damit für Fassadenanwendungen mit höheren Leistungsanforderungen.
Die verkohlte Oberflächenschicht erfüllt eine funktionale Rolle: Sie verlangsamt die Verbrennung des darunterliegenden Holzes. Dies trägt zu einem besser vorhersehbaren Brandverhalten bei, ohne ästhetische Kompromisse zu erfordern.
Rhythmus, Schichtung und Fassadenausdruck
Das Gebäude besteht aus zwei Volumen. Das horizontale Volumen wird durch Bandfenster und eine rhythmisch angeordnete Holzfassade definiert, deren Detaillierung von unten nach oben zunehmend feiner wird. Dies verbessert die Lesbarkeit des Gebäudemaßstabs.
Am Eingang wechselt die Komposition zu einer vertikalen Gliederung, die den Zugang betont. Die Textur und die tonalen Variationen von Yoroi reagieren auf Licht und Schatten, wodurch sich die Fassade im Laufe des Tages verändert.
Innenraum und Nutzererlebnis
Im Inneren setzt sich die Materialstrategie in einem offenen und transparenten Grundriss fort. Holz wird mit kontrastierenden Oberflächen und Begrünung kombiniert, was zu einem angenehmen Raumklima und einer klaren räumlichen Organisation beiträgt.
Das Gebäude fungiert somit nicht nur als nachhaltiges Objekt, sondern auch als Arbeitsumgebung mit besonderem Augenmerk auf Komfort und Erlebnis.
Yoroi als Fassadenstrategie: natürlich alternd und im Rahmen eines zirkulären Ansatzes eingesetzt
Innerhalb dieses Projekts kann Yoroi als integraler Bestandteil des gesamten Materialkonzepts verstanden werden. Seine Anwendung zeigt, dass das Material:
- in zirkuläre und biobasierte Bausysteme passt
- nur geringen Wartungsaufwand erfordert
- die Anforderungen der Brandklasse B erfüllt
- zur Haptik und Lesbarkeit der Fassade beiträgt
Damit ist es keine eigenständige „Oberfläche“, sondern Teil eines integrierten Ansatzes für Fassadengestaltung und Materialeinsatz.