Kontrastierender Anbau mit Omiyama
In dieser Zusammenarbeit zwischen Studio TMOJ und Zeegers Kleinbouw erweist sich Omiyama als weit mehr als eine Fassadenbekleidung: Das Material fungiert als architektonisches Instrument, das Kontrast, Nachhaltigkeit und expressive Kraft in einem klar formulierten Erweiterungsbau vereint.
Der vom Architekturbüro Studio TMOJ entworfene Anbau ist als klar ablesbares, eigenständiges Volumen konzipiert, das sich bewusst von der bestehenden Backsteinarchitektur absetzt. Die Materialisierung spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit Omiyama als Fassadenbekleidung erhält der neue Baukörper eine kraftvolle, taktile Identität, die einen spannungsvollen Kontrast zum traditionellen Kontext bildet, ohne den Gesamtzusammenhang zu verlieren.
Materialität als Träger des Entwurfs
Die Fassade ist in vertikalen Omiyama-Elementen mit einer tief verkohlten Oberfläche ausgeführt. Die Struktur ist unregelmäßig und von einer markant matten Ausstrahlung geprägt. Im fixierten Zustand erscheint das Holz tief matt schwarz; unter Sonneneinfluss entwickelt sich ein subtiler bronzefarbener Schimmer. Dieses Wechselspiel von Licht und Textur verstärkt die plastische Wirkung des Volumens und verleiht dem Gebäude im Tagesverlauf eine dynamische Ausdruckskraft.
Die vertikale Rhythmisierung nimmt Bezug auf die Proportionen der hohen Glasflächen und betont die Schlankheit des Erweiterungsbaus. Die dunkle Fassadenhaut fungiert als Rahmen für die transparenten Öffnungen und intensiviert die Beziehung zwischen Innenraum und Garten.
Nachhaltige Detaillierung und Ausführung
Omiyama wird aus hydrothermal modifiziertem Fraké (Limba) gefertigt. Durch die thermische Behandlung verändert sich die Zellstruktur des Holzes, was zu einer erhöhten Formstabilität und Dauerhaftigkeit führt. In Kombination mit der tief gebrannten Oberfläche entsteht eine witterungsbeständige und wartungsarme Fassadenlösung, die sich für langfristige Außenanwendungen eignet.
Die Ausführung durch Zeegers Kleinbouw zeichnet sich durch sorgfältige Detailausbildung und eine präzise Montage der vertikalen Elemente aus. Die fein ausgearbeiteten Anschlüsse an Rahmen und Übergängen unterstreichen den monolithischen Charakter des Baukörpers, während die natürliche Variation der einzelnen Bretter für Subtilität und Lebendigkeit sorgt.