Zeitgenössisches Scheunenhaus mit charaktervollem Kontrast
In diesem Projekt verschmelzen Handwerk und Architektur zu einem kraftvollen materiellen Ausdruck. Das Scheunenhaus ist mit Omiyama verkohltem Holz verkleidet und bildet einen markanten, zugleich jedoch raffinierten Kontrapunkt zu den Reet gedeckten Hauptvolumen. Realisiert wurde das Projekt von Mallens Bouw, wo handwerkliche Präzision und Detailqualität im Ergebnis sichtbar zusammenfinden.
Die Wahl von Omiyama stärkt die archetypische Scheunentypologie und fügt ihr gleichzeitig eine zeitgenössische Ebene hinzu. Der tiefmatte, schwarze Farbton absorbiert das Licht und lässt das Volumen optisch in die Landschaft zurücktreten. So entsteht eine klare Hierarchie zwischen Hauptgebäude und Nebengebäude, ohne die gestalterische Gesamtwirkung des Ensembles zu beeinträchtigen.
Material als Entwurfsinstrument
Für Architekten bietet verkohltes Holz weit mehr als nur ästhetische Qualitäten. Die feine Maserung und die natürliche Variation der Oberfläche verleihen der Fassade eine lebendige, haptische Wirkung, die sich im wechselnden Tageslicht stetig verändert. In diesem Entwurf betont die vertikale Verschalung die schlanke Dachform und verstärkt den Rhythmus der Fassadenöffnungen.
Omiyama wird sorgfältig und kontrolliert verkohlt sowie veredelt, sodass das Holz seine ausdrucksstarke Erscheinung mit langfristiger Performance verbindet. Der Verkohlungsprozess erhöht die natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und trägt zu einer wartungsarmen Fassade bei — ein wesentliches Prinzip zeitgemäßer Wohnarchitektur. In Zusammenarbeit mit Mallens Bouw wurde das Material bis ins Detail ausgearbeitet, wobei Anschlüsse, Fensterrahmen und Dachkanten nahtlos in das architektonische Gesamtbild integriert sind.
Dialog zwischen Tradition und Innovation
Während die Reetdächer auf ländliche Bautraditionen verweisen, bringt das verkohlte Holz eine moderne, beinahe grafische Prägnanz in das Projekt. Die kontrastierende Materialität stärkt die architektonische Komposition: hell versus dunkel, weich versus robust, traditionell versus zeitgenössisch.
Das Ergebnis ist ein Ensemble, in dem die Materialwahl nicht dekorativ, sondern richtungsweisend ist. Omiyama verkohltes Holz zeigt hier seine Stärke als expressives Fassadenmaterial für Architekten, die Tiefe, Dauerhaftigkeit und eine eigenständige Identität innerhalb eines minimalistischen Baukörpers suchen.